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Wenn Mitarbeiter auch Teilhaber sind

 

Die Handwerkergenossenschaft – ein Modell mit Zukunft?

wohnen 9/2007 Genossenschaftswesen - Seite 26-27 am 2007-09-01
AutorIn: Daniel Krucker / Bilder: zVg.
/ S430

Produktivgenossenschaften garantieren faire Arbeitsbedingungen. Trotzdem sind im Verband genossenschaftlicher Bau- und Industrieunternehmungen (VGB) nur mehr fünfzehn Handwerksbetriebe organisiert. Ist die Idee der Produktivgenossenschaft in der Schweiz noch zu retten?

Als geistiger Vater der Produktivgenossenschaften kann der englische Sozialreformer Robert Owen (1771– 1858) bezeichnet werden. Owen, selber Textilunternehmer, erkannte die sozialen Probleme der Industriegesellschaft und sorgte in seinen Fabriken für bessere Arbeitsbedingungen. Anfang des 19. Jahrhunderts, nunmehr von seinen Partnern aus der Firma hinausgedrängt, veröffentlichte er seine Ideale in einem Buch. In der Schweiz entstanden vor allem in der Romandie in den 1840er-Jahren die ersten Produktivgenossenschaften.

Produktivgenossenschaften unterscheiden sich von Konsumgenossenschaften (zum Beispiel Migros oder Coop) oder landwirtschaftlichen Genossenschaften vor allem dadurch, dass die Genossenschafter nicht nur Eigentümer, sondern zugleich auch Mitarbeiter des Genossenschaftsbetriebes sind. Gleichwohl sind in den heutigen Unternehmen, die im VGB organisiert sind, nicht mehr alle Mitarbeitenden am Genossenschaftskapital beteiligt. Die Angestellten einer Handwerkergenossenschaft profitieren von Mitbestimmungs- und Mitgestaltungsrechten sowie von fairen Arbeitsbedingungen wie beispielsweise der Beteiligung am Betriebsgewinn und guten Sozialleistungen.

«Absolut zeitgemäss». Ein Modell also, das auch in der heutigen unsicheren Arbeitswelt seine Berechtigung hätte. Trotzdem werden kaum noch Handwerkergenossenschaften gegründet, und regelmässig stellen Genossenschaftsbetriebe ihre Geschäftstätigkeit ein. Einzelne haben zudem zur Rechtsform der Aktiengesellschaft gewechselt. Weshalb? Erich Fuchs, Präsident des VGB Schweiz und bis zu seiner Pensionierung Ende Juni Geschäftsführer des Schreinereibetriebs Gemi (Genossenschaft Möbel und Innenausbau), stellt sich diese Frage ebenfalls. Denn eine Handwerkergenossenschaft ist für ihn nach wie vor «absolut zeitgemäss». Beste Werbung dafür seien erfolgreiche Beispiele wie die Raiffeisenbanken oder die Mobiliarversicherung. Der gelernte Schreinermeister stellt sich gegen die weit verbreitete Meinung, die Genossenschaft als Rechtsform genüge den heutigen Anforderungen nicht mehr: «Dort sind die Fehler nicht zu suchen», ist er überzeugt.

Ideologischer Ballast muss über Bord. Was also sind die Gründe für den Schwund? Zwei Aspekte spricht Erich Fuchs in diesem Zusammenhang an. Erstens: Die geforderten sechs Mitglieder für die Gründung einer Genossenschaft seien möglicherweise etwas viel. Und zweitens werde da und dort das Etikett «kollektiv» von den Genossenschaften zu sehr strapaziert und buchstabengetreu ausgelegt. Dabei nimmt er Mitglieder des VGB nicht aus. Zu viel Ideologie aber lähme jeden Betrieb.

Die Anzahl der geforderten Gründungsmitglieder dürfte sich nicht so rasch ändern. Denn gerade die breite Verteilung des Kapitals oder demokratische Entscheidungsprozesse sind zentrale Wesensmerkmale einer Genossenschaft. Über die eigenen Statuten, Prozesse und die Organisation aber sollte sich jeder Betrieb periodisch Gedanken machen. Darum appelliert Erich Fuchs mit Nachdruck an seine Mitglieder, die Statuten zu überdenken und sich so zu organisieren, dass das Unternehmen den heutigen Wettbewerbsbedürfnissen genügt. Er wehrt sich auch gegen den Einwand, dass Genossenschaften wegen der besonderen Rechtsform träger seien als beispielsweise eine GmbH. «Wenn Sie den Erfolg wollen, dann müssen Sie halt die erforderlichen Strukturen schaffen», meint er.

Baugenossenschaften wichtige Kunden. Die Gründe für die Geschäftsaufgabe sind sicher von Betrieb zu Betrieb verschieden. Es gibt aber eine gemeinsame Tendenz: Produktivgenossenschaften haben sich möglicherweise zu lange auf die Aufträge der Baugenossenschaften verlassen. Der Präsident der Sektion Zürich des VGB und Geschäftsführer der Gipser- und Malergenossenschaft (GMGZ) Zürich, Peter Mächler, schätzt, dass die Baugenossenschaften bei ihren Mitgliedern für etwa 30 Prozent des Umsatzes verantwortlich sind. Vor 20, 30 Jahren lag dieser Anteil noch bei ungefähr 60 Prozent. Gleichwohl belegen die geschätzten 30 Prozent die Bedeutung, die den Baugenossenschaften in den Auftragsbüchern der Produktivgenossenschaften nach wie vor zukommt.

Beide Vertreter der Produktivgenossenschaften äussern Verständnis dafür, dass bei der Vergabe nicht mehr automatisch Genossenschaftsbetriebe berücksichtigt werden. Die Abkehr von alten Gewohnheiten zwinge die Unternehmen, umzudenken und neue Akquisitionswege zu beschreiten. Peter Mächler spricht sich aber gleichzeitig für eine verstärkte Zusammenarbeit mit den Baugenossenschaften aus. Erhofft, dass es dadurch künftig wieder zur einen oder anderen Neugründung einer Handwerkergenossenschaft kommt.

Kokurrenz durch GU. Ein wichtiger Grund dafür, dass die Mitarbeiter einer Produktivgenossenschaft nicht mehr so häufig wie früher auf den Baustellen der Baugenossenschaften anzutreffen sind, ist die zunehmende Bedeutung der Generalunternehmungen. Ein grösseres Bauprojekt ist heute eine komplexe Angelegenheit und mit zahlreichen Unwägbarkeiten verbunden. Darum gehen nicht wenige Baugenossenschaften Verträge mit Generalunternehmen ein, die ein Bauprojektvon A bis Z in Eigenregie planen, überwachen und abrechnen. Wenn es einer Baugenossenschaft ein Anliegen ist, dass bei der Auftragsvergabe die eine oder andere Handwerkergenossenschaft berücksichtigt wird, muss sie dies in den Vertragsverhandlungen klar festhalten.

Alle Produktivgenossenschaften in der Deutschschweiz auf einen Blick:
 

Name Malergenossenschaft Basel
Branche Maler- und Tapezierarbeiten
Kontakt Austrasse 60, 4051 Basel
Telefon 061 272 82 52
www.malergenossenschaftbasel.ch
Gründungsjahr 1949
Anz. Mitarbeiter 12

Name Gipser- und Malergenossenschaft Bern
Branche Gipser- und Malerarbeiten
Kontakt Wagnerstrasse 11, 3007 Bern
Telefon 031 372 43 72
www.gmg-bern.ch
Gründungsjahr 1910
Anz. Mitarbeiter 48

Name Baugeno Biel
Branche Küchen, Innenausbau, Renovationen, Maurerarbeiten
Kontakt Kutterweg 40, 2503 Biel
Telefon 032 366 00 66
www.baugenobiel.ch
Gründungsjahr 1946
Anz. Mitarbeiter 20

Name Maler- und Gipsergenossenschaft Biel
Branche Maler-, Gipser- und Tapezierarbeiten, Fassadenisolationen
Kontakt Solothurnerstrasse 126a, 2504 Biel
Telefon 032 342 30 72
www.mgg.ch
Gründungsjahr 1951
Anz. Mitarbeiter 20

Name Genossenschaft Hammer Zürich
Branche Metallbau, Sicherheitstechnik
Kontakt Binzstrasse 7, 8045 Zürich
Telefon 044 454 85 85
www.hammer-metallbau.ch
Gründungsjahr 1929
Anz. Mitarbeiter 110

Name Gemi Genossenschaft Erlenbach
Branche Schreinerei, Innenausbau, Küchen, Möbel
Kontakt Mariahaldenstrasse 1, 8703 Erlenbach
Telefon 044 915 31 68
www.gemi.ch
Gründungsjahr 1948
Anz. Mitarbeiter 15
Name Gartenbaugenossenschaft Zürich
Branche Grünbau, Grünpflege, Landschaftsarchitektur
Kontakt Im Holzerhurd 56, 8046 Zürich
Telefon 044 371 55 55
www.ggz-gartenbau.ch
Gründungsjahr 1929
Anz. Mitarbeiter 70

Name Gipser- und Malergenossenschaft Zürich
Branche Gipser, Maler- und Tapezierarbeiten
Kontakt Flurstrasse 110, 8047 Zürich
Telefon 044 492 14 88
www.gmgz.ch
Gründungsjahr 1909
Anz. Mitarbeiter 57

Name Genossenschaft Hobel Zürich
Branche Möbel und Innenausbau
Kontakt Aargauerstrasse 251, 8048 Zürich
Telefon 044 431 88 88
www.hobel.ch
Gründungsjahr 1945
Anz. Mitarbeiter 19

Name Genossenschaft Procolor Zürich
Branche Malerarbeiten
Kontakt Grubenstrasse 27, 8045 Zürich
Telefon 044 462 85 33
Gründungsjahr 1947
Anz. Mitarbeiter 14

Name Sada AG Zürich
Branche Haustechnik und Gebäudehülle
Kontakt Zeughausstrasse 43, 8004 Zürich
Telefon 044 297 97 97
Gründungsjahr 1907
Anz. Mitarbeiter 200

Name Zimmereigenossenschaft Zürich
Branche Holzbau, Parkett, Schreinerei, Innenausbau
Kontakt Dennlerstrasse 41, 8047 Zürich
Telefon 044 491 77 01
www.zgz.ch
Gründungsjahr 1919
Anz. Mitarbeiter 30

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