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Schreinergenossen liefern Hochglanz-Küchen

 

Zürichsee-Zeitung Bezirk Meilen - Zürichsee, Seite 9 am 2012-12-01
AutorIn: Eva Robmann / Bilder: Manuela Matt
/ S310

GENOSSENSCHAFTSSERIE. Die Gemi-Schreinerei in Erlenbach ist eine der letzten ihrer Art, eine Produktivgenossenschaft. Sie gehört den Mitarbeitern und den ehemaligen Angestellten. Und sie behauptet sich auf dem Markt – seit über 60 Jahren.

Es riecht nach Holz, alle sind konzentriert am Werk, und die Stimmung wirkt gelöst in der Schreinerei gleich unterhalb des Bahnhofs Winkel in Erlenbach. Hier arbeiten alle für den eigenen Betrieb. Denn die meisten der 15 Angestellten der Schreinereigenossenschaft Gemi sind Genossenschafter und somit Teilhaber der Firma. Ausser die beiden Lehrlinge und die ganz Neuen. Zurzeit wird der Betrieb von einem ehemaligen Lehrling geleitet. Michael Pieper ist vor fünf Jahren mit 31 Jahren Geschäftsführer geworden. «Dabei hatte ich das gar nicht geplant, als ich vor 10 Jahren wieder in die Gemi zurückgekehrt bin, wo ich mit 15 Jahren die Lehre angefangen hatte», sagt Michael Pieper heute und lacht. Er ist nicht der einzige ehemalige Lehrling in der Gemi, der nach einigen Jahren wieder in den Betrieb zurückkehrt.

Die Form der Produktivgenossenschaft scheint ein «Wir-Gefühl» zu schaffen. Doch diese Genossenschaftsform ist vom Aussterben bedroht, denn neue Produktivgenossenschaften werden nicht mehr gegründet. Wie einst die Maler, Gipser oder Schreiner sich zusammenschlossen, um ihre Arbeitsbedingungen zu verbessern, ist auch die Gemi-Schreinereigenossenschaft aus der Not entstanden (vgl. Kasten).

Harziger Start

1948 sollte die damalige Unternehmung verkauft oder geschlossen werden. Da entschieden sich die Mitarbeiter – fünf ältere Herren – zur Selbsthilfe und gründeten die «Genossenschaft für Möbel und Innenausbau», bald nur noch Gemi genannt. Der Schweizerische Bau- und Holzarbeiterverband unterstützte sie dabei, indem er die Liegenschaft kaufte und der Genossenschaft zu guten Bedingungen überliess. Nach schwierigen Einstiegsjahren konnte sich die Genossenschaft in den 1960er Jahren schliesslich auf dem Markt behaupten. Und zwar so gut, dass die Genossenschafter die Liegenschaft zurückkaufen konnten.

In den 1980er Jahren erweiterte die Gemi ihr Angebot mit Büromöbeln und Küchen. 1990 wurde das Haupthaus aufgestockt und der Betrieb anschliessend auf EDV umgestellt. Vor fünf Jahren richtete man im renovierten Nebenhaus einen Ausstellungsraum ein. Dank einer im letzten Jahr gekauften computergesteuerten Produktionsmaschine sind die Arbeitsabläufe laut Michael Pieper bei gleich hoher oder gar gesteigerter Qualität noch effizienter geworden. «Wir haben den Betrieb laufend modernisiert und dem Markt angepasst», sagt der junge Geschäftsführer, der als gelernter Schreiner nun meist im Büro am Computer arbeitet.

Nischenprodukte gefragt

«Der Schreinerberuf hat sich sehr verändert», sagt Pieper, dessen Grossvater schon Schreiner war. Begleitete die Schreinerarbeit früher die Menschen mit Alltagsmöbeln wie Wiege,Aussteuer und Bahre durchs ganze Leben, seien heute eher Nischenprodukte gefragt. «Für die Kunden an der Goldküste – von denen die wenigsten wissen, dass die Gemi eine Genossenschaft ist – stehen neben der Qualität das Design und die perfekte Dienstleistung im Vordergrund.»

Die Gemi hat sich trotz des verstaubten Images einer Genossenschaft auf dem Markt bei Privatkunden, Banken und anderen Unternehmen gut positioniert. So wurden etwa Schreinerarbeiten in einer Villa in Prag montiert oder Türen mit kunstvoller Verglasung in einem Gebäude der Universität Zürich eingebaut.

«Wir sind in der komfortablen Lage, unsere Mitarbeiter schon wieder am Gewinn beteiligen zu können», schreibt Genossenschaftspräsident Roman Cordes im letzten Jahresbericht. Er ist stolz, dass die 34 Genossenschafter dank eines guten Geschäftsverlaufs seit vielen Jahren von einer überdurchschnittlichen Verzinsung des gezeichneten Kapitals profitieren können. Einmal jährlich lädt er die Genossenschafter – darunter Angestellte, ehemalige Mitarbeiter sowie Geschäftspartner – zur Generalversammlung mit Nachtessen in die Vogtei Herrliberg ein. Der Präsident arbeitet als gelernter Schreiner selber im Betrieb mit und ist schon jahrelang für die Ausbildung der Lehrlinge zuständig.
 

Was ist eine Produktivgenossenschaft?

Die Gesellschaftsform der Produktivgenossenschaft hat ihre Wurzeln in der Arbeiterbewegung des 19. Jahrhunderts, als sich Handwerker zusammenschlossen, um ihre Arbeitsbedingungen zu verbessern. Nicht das Streben nach Gewinn steht im Mittelpunkt, sondern die Erhaltung der Arbeits-
plätze. Gewinne bleiben als Reserve für schlechtere Zeiten und für Investitionen im Betrieb. Je nach Marktlage wird ein Teil des Gewinns als Überschussbeteiligung den Mitarbeitenden ausbezahlt. Die Gemi-Genossenschaft ist die einzige ihrer Art im Bezirk Meilen. (ero)

Genossenschaften im Fokus

Die Uno hat 2012 zum internationalen Jahr der Genossenschaften erklärt, um deren Beitrag für die soziale und wirtschaftliche Entwicklung hervorzuheben. Auch in der Schweiz sind ab dem 19. Jahrhundertviele Genossenschaften entstanden. Heute gibt es schweizweit 9600. Im Bezirk Meilen tragen 80 Vereinigungen das Wort Genossenschaft im Namen. Neben dem Wohnbau- und Konsumbereich gibt es Genossenschaften im landwirtschaftlichen Bereich und Kuriositäten wie die Genossenschaft des Darmhandels. Die «ZSZ» widmet Unternehmen mit dieser speziellen Rechtsform eine Serie. Die Beiträge erscheinen in loser Folge. (zsz)

 

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